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Pilgertour

 

Erst mit dem Zeigefinger, dann zu Fuß zum Stadtjubiläum.

Bad Wilsnacker Grundschüler spüren den mittelalterlichen Pilgern nach

Von Dorothea von Dahlen (MAZ)

 

BAD WILSNACK  Hinter der auseinander gefalteten Landkarte geht es lebhaft zu.

„Hier steigen wir aus", und „Da geht es dann lang", ist aus dem Stimmengewirr herauszuhören. Mit dem Zeigefinger fahren die Bad Wilsnacker Schüler der 4. bis 6. Klassen schon mal den Weg ab, den sie in einigen Wochen zu Fuß zurücklegen werden. Im Rahmen der Bad Wilsnacker Jubiläumswoche werden die Mädchen und Jungen nämlich ein Stück der alten Pilgerroute von Berlin zur Wunderblutkirche wandern.

 

„´Der Weg ist das Ziel´, lautet unser Motto", erzählt Religionslehrerin Karina Eckert. Am 9. Juni wird sie mit 20 Mädchen und Jungen der Bad Wilsnacker Grundschule den Regionalzug besteigen und von dort aus nach Breddin fahren. Ab dieser Station begibt sich die Schar auf den alten Pilgerweg, der vom Förderverein „Wunderblutkirche" wieder reaktiviert wurde. Mit festem Schuhwerk geht es dann zunächst einmal über Barenthin, Görike weiter nach Klein Leppin, wo die Schüler übernachten werden. Von dort führt sie die Wanderung am nächsten Tag zum Zielort, wo Pfarrerin Ursula Rochusch die Schüler empfängt und ihnen kleine Pilgerurkunden überreicht.

 

Im Gegensatz zu ihren mittelalterlichen Vorfahren sind die Schulkinder jedoch nicht auf sich selbst gestellt. Zum einen werden sie sicher von einigen Eltern begleitet, zum anderen hat es der moderne Pilger leichter, auf dem richtigen Pfad zu bleiben. Als Orientierungshilfe steht den Schülern ein Flyer zur Verfügung, den der Förderverein „Wunderblutkirche" vor einigen Jahren erstellt hat.

 

„Man erzählt viel von der Wallfahrt, es ist aber etwas anderes, sie selbst zu erleben", sagt Karina Eckert. Im Unterricht hat sie die Bedeutung, die das Pilgerwesen im Mittelalter einnahm, dargelegt. Dabei erfuhren die Kinder, dass Wilsnack einst in ein Netzwerk von Wallfahrtswegen bis ins spanische La Compostela eingebunden war und damals Menschen aus ganz Europa in die Prignitz kamen, um das Wunderblut zu verehren. Das belegten auch viele Ausstellungsstücke, welche die Schüler im Prignitz-Museum in Havelberg anschauen konnten.

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Veröffentlichung

Bad Wilsnack
Mo, 09. Juni 2008

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